Wird ein Balancerollstuhl von der Wmo übernommen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, ein Balancerollstuhl wie der Genny oder der Hoss kann über das Gesetz für gesellschaftliche Unterstützung (Wmo) erstattet werden, aber das ist kein Automatismus. Hier liest du, wie du den Antrag richtig angehst.
PGB-Rollstuhl über die Wmo beantragen: So machst du es richtig
Benötigst du einen (Balance-)Rollstuhl und möchtest du selbst entscheiden, welches Modell am besten zu deiner Situation passt? Dann kannst du bei der Gemeinde einen Rollstuhl über ein persönliches Budget (PGB) beantragen. Mit einem PGB wählst du deinen Anbieter und Balancerollstuhl selbst aus, anstatt eine Standardversorgung über Sachleistungen zu erhalten.
Hier liest du Schritt für Schritt, wie die Beantragung eines PGB für einen Balancerollstuhl über die Wmo funktioniert und wie du deine Chancen auf eine Bewilligung erhöhst.
1. Bereite dich gut auf deinen Wmo-Antrag vor
Eine gute Vorbereitung macht den Unterschied. Recherchiere vorab:
- Welcher Typ (Balance-)Rollstuhl passt zu deiner Situation?
- Welche Funktionalitäten sind notwendig?
- Was brauchst du, um weiterhin selbstständig am täglichen Leben teilzunehmen?
Berate dich eventuell mit einem Ergotherapeuten, einem unabhängigen Klientenberater oder mit jemandem von Over de Maes Mobility. Wir können dir helfen, deinen Antrag zu begründen.
2. Erstelle ein klares Bild deiner persönlichen Situation
Während des Wmo-Verfahrens schaut die Gemeinde auf deine Selbstständigkeit und Teilhabe. Beschreibe daher konkret:
- Was läuft derzeit nicht gut?
- Auf welche täglichen Hindernisse stößt du?
- Warum ist ein spezifischer Balancerollstuhl notwendig?
Je konkreter deine Erklärung ist, desto stärker ist dein Antrag.
3. Erstelle eine fundierte Anforderungsliste für deinen Rollstuhl
Ein Standardrollstuhl erfüllt nicht immer die individuellen Bedürfnisse. Erstelle daher eine Übersicht mit:
- Sitz- und Positionierungsbedürfnissen
- Nutzung im Innen- und/oder Außenbereich
- Elektrisch, manuell oder mit Balancetechnik
- Faltbarkeit oder Transportmöglichkeiten
- Zukünftige Anpassbarkeit
Dies hilft zu begründen, warum ein PGB für dich passender ist als eine Sachleistung.
4. Gib bei der Gemeinde ausdrücklich an, dass du ein PGB möchtest
Wenn du Kontakt mit dem Wmo-Schalter deiner Gemeinde aufnimmst, gib direkt an, dass du dich für ein PGB anstelle einer Sachleistung entscheidest.
Während des „Küchentischgesprächs“ besprichst du deine Situation mit einem Wmo-Berater. Erkläre in Ruhe, warum die eigene Wahl für dich wichtig ist, zum Beispiel wegen spezifischer Anpassungen oder der Expertise eines bestimmten Anbieters.
5. Fordere ein klares und spezifiziertes Angebot an
Die Gemeinde verlangt meistens ein Angebot für den (Balance-)Rollstuhl, den du erwerben möchtest. Achte darauf, dass dieses Angebot:
- Vollständig spezifiziert ist
- Wartung und Service beinhaltet
- Eventuelle zukünftige Anpassungen erwähnt
Manchmal musst du mehrere Angebote einreichen. Überprüfe dies genau bei deiner Gemeinde.
6. Kontrolliere das Gesprächsprotokoll sorgfältig
Nach dem Küchentischgespräch erhältst du oft einen Bericht. Lies diesen kritisch durch. Stimmen deine Hilfeanfrage und Motivation? Fehlt etwas Wichtiges? Reagiere rechtzeitig, um Verzögerungen zu vermeiden.
7. Sei auf Fragen oder Ergänzungen vorbereitet
Ein PGB-Antrag für einen Rollstuhl erfordert manchmal zusätzliche Begründungen. Bleib ruhig und reiche die angeforderten Dokumente vollständig ein. Eine gute Dokumentation erhöht deine Chance auf einen positiven Bescheid.
8. Denke bei deinem Antrag voraus
Ein Rollstuhl wird oft für mehrere Jahre bewilligt. Denke daher auch an:
- Sich verändernde Gesundheit
- Wachstum (bei Kindern)
- Zukünftige Mobilitätsbedürfnisse
Ein zukunftsorientierter Antrag verhindert, dass du das Verfahren schnell erneut durchlaufen musst. Hast du Fragen zu diesem Artikel? Nimm gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf.